Freitag, 26. September 2014

Du...








Du,
es ist still geworden um Dich…
Man könnte schon fast meinen, Grabesstill.
Wobei,
so ganz ist das auch nicht wahr…

Du,
es ist still geworden um Dich…
Eine trügerische Stille.
Denn es gibt sie noch immer.
Deine Hüter von Würde und Anstand.
Deine Behüter.
Deine Kritiker und Neider, die Dir das Leben oft so schwer gemacht haben.
Nur,
sie sind leiser geworden.
Sie konzentrieren sich auf ihre Suche nach neuen Zielen.
Weil Du,
Du hast Dich ja jetzt entzogen.
Nicht gerade das Beste was Du tun musstest.
Aber das Konsequenteste.
Jetzt bist Du es los.
Das ewige jonglieren mit Bitten und Betteln.
Das Organisieren und Verhandeln.
Die dauernde Suche nach Anerkennung und Lob.
Und die Angst.
Vorbei.
Die Vasen die wir einst gemeinsam getöpfert haben -
bis die Töpferscheibe in Brüche ging - liegen jetzt als Scherben auf dem Boden.
Du fragst mich, ob ich sie wieder zusammenkleben möchte?
Nein.
Einer allein kann nicht mehr richten, was zwei geschaffen hatten.

Du,
es ist still geworden um Dich…
Ich trage Dich nicht in meinem Herzen,
aber in meinen Erinnerungen.

Dieter

(c) Text und Foto: Dieter Vandory

Kommentare:

  1. Dein Bild und Deine Zeilen bedürfen keiner weiteren Worte.
    Sie prechen für sich.
    Füllen den Raum aus, mit dem was gesagt werden musste - auch wenn manche Worte schwer wiegen.
    Spiegelbilder der Geschichte. Wer will es wagen, hineinzusehen und sein Antlitz zu erblicken ...?

    Dir für Deinen Mut, hineinzusehen, gilt meine ganze Hochachtung!

    filakia
    Daniela


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    1. Liebe Daniela, ich danke Dir für Deine Zeilen und Dein Verständnis.
      Ob es Mut war, diese Zeilen zu schreiben, oder nur bittere Notwendigkeit, weiß ich nicht. Eines steht fest: es hat mich sehr viel Kraft gekostet sie zu schreiben.
      Nun ist der Text flügge und bedarf nicht mehr meiner Pflege.

      Liebe Grüße
      Dieter

      Ein Dank auch an all die "stummen" Betrachter und Leser des Textes.

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